Netzpolitik Schweiz

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In Sachen Netzpolitik und Schweiz gibt es noch viel zu tun. Auch hier sind wir, die User ohne die das Internet wohl nicht funktionieren würde, sehr schlecht organisiert. Was heisst das? Im Bundeshaus gibt es sehr wenige Politiker welche von Netzpolitik wirklich was verstehen. Ich glaube man kann diese an einer Hand abzählen. Es gibt auch keine wirklich starke Lobby-Organisation welche die Interessen der User in Bern vertreten kann. Klar ein paar wenige kleine mit sehr limitierten Mittel gibt es. Aber um wirklich etwas zu bewegen in Bern braucht es am Schluss engagierte Leute und vor allem auch Geld. Daher müsste man eigentlich auch eine Organisation gründen, welche die Interesse der User im Internet in Bern gegenüber der Politik in Zukunft professionell verfolgen und vertreten kann. Themen gibt es genügend BüPF, AGUR12, Netzneutralität, Informationelle Selbstbestimmung, etc. Es werden wohl noch einige mehr auftauchen in den nächsten Jahren und alle können einen grossen Einfluss auf unser zukünftige Leben in und mit dem Internet sehr stark beeinflussen.

Diese Zeilen habe ich geschrieben, weil Sascha Lobo an der repuplica 2014 in Berlin genau diese Problem anspricht in Deutschland. Wir haben in der Schweiz mehr oder weniger die gleiche Ausgangslage. Daher ist es schon fast Pflicht diese Video zu schauen und sich einmal Gedanken zur Netzpolitik in der Schweiz zu machen.
Was denkt ihr zur Netzpolitik in der Schweiz? Braucht es eine Internet-User-Lobby?

 

9 Comments

  1. SIUG / ch-open / cccschweiz / Digitale Gesellschaft / Digitale Allmend/ Konsumentenschutz / ipv6council / opendata / Piraten. An Vereinigungen mangelts nicht, vermutlich eher an aktiven Mitgliedern und sicher auch an Geld.

    • es gibt einige. aber in meinen augen noch keinen der den user in den mittelpunkt stellt. gerade beim konsumentenschutz habe ich meine zweifel wie tief sie in der thematik drin sind. das ändert sich vielleicht noch. dich eines haben die oben genannten gruppierungen gemeinsam, die breite masse der CH-bevölkerung hat keinen plan, dass es diese gruppierungen gibt, wie sie auch keine ahnung hat über die folgen der netzpolitik. das thema ist leider noch nicht über das nerd-level geschwappt!

      • Jede dieser Gruppen ist mehr oder weniger aktiv und es gibt die eine oder andere Kampagne, die letztlich auch dem User dient. Zum Beispiel die Beschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung (https://www.digitale-gesellschaft.ch/2014/02/21/digitale-gesellschaft-erhebt-beschwerde-gegen-vorratsdatenspeicherung/) die finanziert werden muss. Dort Geld oder Bitcoins zu spenden, wäre ein relativ einfacher Anfang.

        Die SIUG hat zumindest mal den Anspruch den User in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist aber sicher richtig, dass all diese Gruppierungen sich nicht an Otto Normaluser richten. Ob die breite Masse sich jemals für diese Themen interessieren (lassen) wird, weiss ich nicht. Vielleicht würde das gelingen, wenn man es wirklich niederschwellig und knackig aufzieht. Was vielleicht auch schon helfen würde, wenn die ganze schweizerische „Hobby-Lobby“ versucht, die zum Teil komplexen Initiativen zu übersetzen und auf Spendenmöglichkeiten hinzuweisen.

  2. Ich denke, in der Schweiz ist die Indifferenz gegenüber dem Thema noch viel grösser als in Deutschland. Und das ist meiner Meinung nach das grösste Problem. Dass so eine Büpf-Vorlage sang- und klanglos durchgewunken wird beim Ständerat, zeugt von viel Unwissen zum Thema Datenschutz und Privatsphäre auf seiten der kleinen Kammer. Gleichzeitig lässt es uns alle kalt, was da gerade im Nationalrat und Ständerat überhaupt beraten wird. Ich erkläre mir diese Indifferenz mit dem hohen Vertrauen der Schweizer in unsere Institutionen und Behörden. Vertrauen, dass diese Daten nicht missbraucht und zweckgerichtet beobachtet wird.

    Dies ist erschreckend und die Non-Debatte darüber, wieviel Überwachung unsere Gesellschaft möchte und wie und wofür beispielsweise Staatstrojaner eingesetzt werden soll, ist das grösste Problem. Es findet kein Diskurs statt, weil es uns allen egal ist.

    Ja es bräuchte eine Internet-User-Lobby.

    • Ich muss einmal mit 2-3 Personen sprechen ob es Sinn machen würde etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Es gibt ja die eine oder andere Gruppierung. Die Frage ist, braucht es eine welche es sich klar zum Ziel setzt die Internet-Gemeinde in den Mittelpunkt zu setzen? Bringt aber nichts, wenn dies schon anderswo abgedeckt wird.

  3. Pingback: re:publica 2014: Ukraine, Kommentarkultur und Ethik in der Technologie | Blog von Adrienne Fichter

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