Warum es Klout braucht!

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Screenshot von Klout

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit mich mit Joe Fernandez, dem CEO von Klout, zu unterhalten. Am Wochenende hat ein Bericht „Wichtiger als Werbung ist, was uns Freunde empfehlen“ in der Sonntagszeitung eine rege Diskussion rund um Klout und Sinn oder Unsinn eines solchen Dienstes ausgelöst. Auch die Top10 Liste der Schweiz in Sachen Klout-Score wurde heftig diskutiert. Doch alles der Reihe nach.

Was genau ist Klout?

Klout erstellt anhand der Social Media Profile einer Person ein Score zwischen 1 und 100. 1 ist das Minimum und 100 das Maximum, damit soll aufgezeigt werden, wie einflussreich eine Person ist. Ein hyperaktiver Account wird nicht belohnt auf Klout. Es sind die Interaktionen von anderen Menschen, die zählen. Sprich Likes, Kommentare, Shares und Re-Tweets. Facebook, Twitter und Instagram sind diejenigen Plattformen welche am meisten Einfluss haben auf den Score. Ich habe selber einmal getestet, ob man mit gekauften Likes etwas erreichen kann. Dieser Test hat gezeigt, dass Klout gefälschte Likes im Griff hat. Auch Klout bekämpft Spam und unlauteres Verhalten der User. Eines der grösseren Probleme von Klout ist, dass ein ungepflegtes Klout-Profil nur auf Twitter basiert. Klout errechnet basierent auf dem Twitter Account einen Wert, welcher den Klout Score ergibt. Alle anderen Social Media Plattformen muss man zusätzlich selber mit Klout verbinden und Klout den Zugriff auf diese gewähren. Wie der Klout Score berechnet wird, ist nicht bekannt und das ist auch gut so. Wir wissen zum Glück ja auch nicht wie Google funktioniert. Wüssten wir es, wäre Google unbrauchbar! Das gleiche gilt für Klout.

Warum es Klout braucht?

In einer grossen Firma hat ein Community Manager irgendeinmal die Übersicht nicht mehr. Da ist man froh, wenn einem ein Dienst wie Klout einen raschen Überblick gibt, ob jemand enflussreich ist oder nicht. Man hat nicht jedes Mal Zeit, einen User von A bis Z zu recherchieren und sich so ein Bild zu machen. Ausserdem finde ich die Perks, welche Klout anbietet, ein sehr interessantes Tool um neue Produkte zu lancieren. Dank Klout erreiche ich so auch User, welche mir evtl. bis jetzt noch nicht bekannt sind. Ich kann so meine eigene Social Media Bubble durchbrechen und auch Leute erreichen, welche bis jetzt nicht auf den eigenen Plattformen erschienen sind.

Stimmt die Top10 Klout Rangliste?

Ja, ich war gestern selber überrascht, mich auf der Top 10 Liste der Schweiz zu finden. Mache mir aber nichts daraus. Kafi und Gipfeli konnte ich mit Klout heute morgen nicht bezahlen! ;-) Deshalb habe ich bewusst nirgends auf diesen Artikel verlinkt. Die Frage ist nur auf was genau diese Top 10 Liste basiert? Zum einen sind die Top 4 vielen in der Social Media Szene nicht bekannt. Das ist schon mal verdächtig! Ich weise immer wieder gerne darauf hin, dass es viele Micro-Kosmen gibt im Internet. Die Bubble lässt grüssen. Deshalb ist es so wichtig diese zu durchbrechen. Ein kleiner Einschub: Eine Konferenz in England oder Paris bringt oft mehr als eine im Social Media Kuchen Schweiz oder Deutschland. Es gingen sicherlich auch Leute vergessen. Zum Beispiel Mike Schwede. Aber evtl. wurde er nicht als Schweizer erkannt, da er auch regelmässig in Berlin und London ist. In seinem Twitter-Profil steht an erster Stelle London und was er auf Klout im Profil hinterlegt hat, sieht man leider nicht. Ja, die Zuteilung in welches Land eine Person gehört, passiert sicher basierend auf den Angaben in Klout oder eben sonst automatisch. Es wurde auch oft auf die Schweiz Klout Score 55+ Liste verwiesen. Auf dieser Liste sind aus Firmensicht jedoch nur 2 Personen interessant. All die Stars (Roger Federer, DJ Bobo, etc.) kann eine Firma direkt mit Sponsoring angehen. Ausserdem sind noch einige Personen gelistet, welche durch ihren Job (Journalismus oder ähnlich) gebunden sind. Daher spricht Klout auch von sogenannten perkable Users. Das sind User, welche für einen Perk in Frage kommen. All die Stars bleiben da sicherlich schon einmal auf der Strecke. Daher wäre interessant zu wissen, wie diese Rangliste genau erstellt wurde. War es der öffentliche Score oder war es der interne Score von Klout, welche die perkable User festlegt? Ein Frage, welche nur durch Klout beantwortet werden kann. Aber meiner Meinung nach nicht unbedingt beantwortet werden muss. Klout muss unbedingt ein kleines Mysterium bleiben.

Klout Top 10 Schweiz

Klout Top 10 Schweiz

Fazit:

Ich stelle immer wieder fest wie hoch die Erwartungen sind an relativ junge Services. Das konnte man kürzlich auch bei www.ello .co beobachten. Die Erwartungen an Ello sind oft unrealistisch hoch! Gebt doch diesen jungen Plattformen ein wenig Zeit. Es wurde auch im Internet noch nie ein Genie an einem Tag geboren. Facebook wurde 2004 gegründet und hatte den Durchbruch auch erst ein paar Jahre später. Auch Google brauchte 4 Jahre bis sie die Nummer 1 waren. Mich persönlich interessiert Klout sehr, weil ich überzeugt bin, dass es so etwas wie Klout braucht. Mich interessiert aber vor allem wie Klout funktioniert. Genau gleich wie ich zu verstehen versuche, wie Google funktioniert. Dank Gamification wissen wir aber auch, dass Menschen angespornt werden durch Dinge wie Klout-Score. Tja, da sind wir irgendwie auch unseren inneren Hormon-Reaktionen ausgeliefert. Die Reaktionen gestern haben gezeigt, dass es eben doch nicht alle kalt lässt.

14 Comments

  1. Mario says

    Sälü Kusi.
    Wegen dir und deinem Artikel hier muss ich, nachdem ich mich jahrelang dagegen gesträubt habe, meine Gwundernase doch noch mal in Klout stecken. Merci!

  2. Michael Günter says

    Merci für den interessanten Exkurs in die Welt von Klout.

  3. Vor ein paar Jahren erschien das Zitat in den Medien, dass in den USA Leute wegen ihres Klout-Scores Jobs bekamen. Ob das stimmt oder nicht, es zeigt genau den Drive, der eine solche „Systematik“ und der damit verbundene Wert haben kann. Die Philosophie dahinter finde ich spannend – wenn man sich Klout ansieht, kann man daraus aber noch viel mehr machen, damit ein Influencer auch wirklich als solcher identifiziert werden kann. Wie du sagst: Gebt dem Schinken Zeit zum Reifen. Und vor allem sind solche Themen hierzulande auch schwieriger zu adaptieren, als in anderen Ländern. Nicht zu vergessen: Das kann auch extrem viel Druck auf Personen ausüben ;-)

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